Ich vermisse das Gefühl der Freiheit, der Inspiration, des "Einfach-nur-Ich-sein-ohne-Kompromisse-oder-Ängste" oder irgendwie so ähnlich.
Bevor ich ganz alleine in London war wusste ich gar nicht, dass mir bisher immer etwas gefehlt hatte oder sagen wir eher, dass mir ein Gefühl verwehrt blieb.
Ein bisschen Fernweh gehört auch dazu, aber dennoch ist es irgendwie anders.
Das meiste ist wahrscheinlich die Freiheit, in jedem erdenklichen Sinn des Wortes.
Ich, so wie ich bin oder sagen wir eher so, wie ich sein möchte.
Leben, so wie es mir gefällt ohne ständige Erreichbarkeit (vor allem ohne Internet). Ohne das Internet fällt viel vom "Sich-an-anderen-messen-und-orientieren" weg. Man sieht nicht auf Facebook, wer heute wieder was zusammen macht wo man evtl. nicht eingeladen wurde oder wer sich jetzt schon das zehnte neue Smartphone kauft und anscheinend einen Goldesel zu Hause stehen hat.
Normalerweise werden einem überall Möglichkeiten geboten sich an anderen zu orientieren, in den Medien, in dem sozialen Umfeld, einfach überall.
Ich war immer eher jemand, der gegen den Strom schwamm, was dann leider aber manchmal auch dazu führte, dass ich Sachen einfach nicht mochte, weil alle anderen sie gut fanden. Wenn man dann alleine ist, dann fällt all das weg. Klar, auch so bekommt man mit was von den Medien gerade als "muss-man-unbedingt-haben" gepredigt wird, aber da man alleine ist interessiert es auch keinen ob man dem neuesten Trend folgt oder nicht.
Man lässt sich nicht von anderen, von den Medien, oder anderen Einflüssen definieren, sondern man entdeckt das eigene Ich. Das wer man ist, wer man sein möchte und wie man so wird, wie man gerne sein würde.
Alles in allem hängt einen zu Hause immer das hinterher, wie man war, wie einen die Menschen kennen und wie sie einen vielleicht auch sehen möchte.
Mir fällt es schwer einfach mal zu sagen, dass ich so gar nicht mehr bin, das ich mich verändert habe oder mich gerne verändern würde.
Die Freiheit man selbst zu sein kann man sicherlich nicht nur auf Reisen finden, auch durch den Auszug von zu Hause, Umzug in eine andere Stadt/ neue WG/ neue Wohnung, der Beginn einer Ausbildung, eines Studiums etc., kann einen ähnlichen Effekt haben.
Aber für mich ist das Freiheitsgefühl nirgends so groß wie in einer neuen Stadt, ein Gesicht unter Millionen.
Vielleicht ist das Gefühl auch einfach Selbstverwirklichung, Selbstbewusstsein, Zufriedenheit und vielleicht gehört es zum Prozess der Erwachsenwerdens einfach dazu.
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